Hallo Mama, 

Über dich habe ich wenig verschrieben, 
wo ist die übliche Mutter-Tochter-Liebe geblieben? 
Worin liegt der Grund, dich so abgrundtief zu hassen, 
vielleicht weil ich wegen dir untergeh in den grauen Massen? 

Zu vertrauen ist für mich der größte Akt, 
ich tu es nur bei den wenigsten Menschen, das ist Fakt. 
Du gabst mir schon immer das Gefühl, nicht geliebt zu werden, 
aber warum diese imaginären in mir steckenden Scherben? 

Mich sollte es schon längst nicht mehr berühren, nicht interessieren, mir nicht nahe gehn.
Doch immer öfter merke ich, dass sie mich, meine so genannten Freunde, ganz anders sehn. 

Gehorch & vertrau nur der Mutter, allein sie ist gut für dich. 
Mama, ich hab den Glauben drin verloren, es war schon lange aus für mich. 
Diese größte Hemmschwelle, 'nichtfremden' Menschen zu vertrauen, 
auf einfache Worte von ihnen zu bauen; 
Ich bin schon so oft kläglich daran gescheitert, 
habe nur sehr selten und mit viel Schmerz, meine Liebe für Sie erweitert. 

Mum, du verstehst nen scheiß Dreck, was es heißt jede Nacht wach zu liegen, 
darüber nachzudenken, was zutun ist, um über diese unendlich Macht zu siegen. 
Das ist mein Leben, du hast es mir niemals gelassen, 
bis ich anfing dich mit ganzen Herzen zu hassen. 

Es war schon längst zu spät und um mich geschehen, 
habe aufgehört, mich als besonders und liebenswürdig zusehen. 

Danke Mama, Danke. Es fällt mir Tag für Tag permanent schwerer meine Existens versuchen zu leben, 
Will nichts mehr von denen haben, nichts mehr von den Personen die mich scheinen zu lieben, nehmen. 

Du zeigst mir wie viel ich noch wert bin hier, 
und trotzdem gebe ich die Schuld nicht dir. 
Auch wenn es nun heißt, ich hätte die Liebe meines Lebens gefunden, 
habe ich diese größte Hemmschwelle noch nicht ganz überwunden. 

Du weißt nicht einmal mehr selbst, was es heißt zu lieben, oder Mama? 
Sag mir, wie war es denn vor 15 Jahren mit Papa? 
Du hast zwischenzeitlich nichts mehr gelernt, seit meiner geburt, 
umso größer meine Angst, dass ich dir viel zu ähnlich wurd. 

Einst geliebte Mutter, warum verdammt nochmal siehst du nicht, dass du mich verschandet hast? 
Versucht habe ich alles und noch mehr, siehst du nicht die weiße flatternde Fahne am Mast? 

Kann nichts weiter machen, 
muss über das kleine Restvertrauen wachen.

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