Es liegt dort und sieht so schön aus, das Messer meiner Mutter.
Ich denke nicht viel und nehme es in die Hand, 
drehe den Wasserhahn auf und setze an.
Mein Gesicht verzieht keine Miene, 
als die Klinge meinen Oberschenkel aufschlitzt.
Nein, um keinen Millimeter.
In dem Moment noch, wo ich absetzte, fließt mit dem Blut 
auch der unübertreffliche Selbsthass mein Bein hinunter.

Ich habe es wieder getan, habe nichts aus meiner Dummheit gelernt.
Wann wird der Tag einbrechen, an dem ich nichts mehr bereue?
Wenn ich es wenigstens spüren können, den Schmerz.
Aber es ist nur das Geräusch der Klinge auf der Haut, 
und die Farbe Rot die in ihrem eigenen kleinen Fluss 
über meinen Oberschenkel wandert, das mir bleibt.

Ich hasse es. Ich liebe es. Es ist wie eine Sucht.
Es ist nicht Alltag, aber irgendwie was Anderes.
Es macht mir Angst. Doch es befreit zu sehr.

Es ist das Messer meiner Mutter.
Meiner gehassten, einst geliebten Mutter.


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